Deutschrap in the books – die Deutschrap Bücher

Seit einigen Jahren erleben wir im Hip-Hop einen scheinbar nicht enden wollenden Höhenflug. Monatlich gibt es irgendwo Meldungen über neue Rekorde oder Meilensteine, die unserer Lieblingskultur zuzuschreiben sind. Seien es nun Streamingrekorde diverser Artists, Charterfolge wie etwa von Bausa mit seiner Single „Was du Liebe nennst“ oder Cardi B mit ihren Billboard-Charterfolgen. Goldene und platinfarbene Platten am Fließband, verrückte Promophasen, groß angelegte Deutschrap-Murals in der Hauptstadt und vieles weitere mehr.

Wie bereits im ersten Satz erwähnt, Hip-Hop erfährt gerade einen absolut verrückten Höhenflug. Er ist groß wie nie und ein Ende des Fluges ist vorerst nicht in Sicht. Herzlichen Glückwunsch dafür. Das ist absolut verdient und darauf bin ich auch ein klein wenig stolz. Wirklich!

Die Szene hat momentan weltweit einen solch großen Impact erlangt, dass der „Marktanteil klassischer Instrumente zurückgeht“ (Quelle) und berühmte Gitarren-Hersteller wie Gibson und Fender sogar Schulden machen.

Auf dem heimischen Markt ist der E-Gitarren-Umsatz 2016 im Vergleich zu 2015 zwar um wenige Prozent auf etwas mehr als zwölf Millionen Euro gestiegen, jedoch laut einer Umfrage zufolge aber über die letzten acht Jahre insgesamt gesunken. (Quelle)

In der Musikszene findet halt ein riesengroßer Umbruch statt. Während bis vor einigen Jahren die meisten musikalisch begeisterten Jugendliche Rockstars oder Sänger werden wollten, möchte heute gefühlt jeder Jugendliche Rapper werden. So gibt es fast wöchentlich irgendeinen neuen trashigen Soundcloud-„Hit“ eines Young ABC oder eines Codein XYZ mit Klickzahlen in Millionenhöhe, der das Internet explodieren lässt.

Ob die momentane „Quantität-vor-Qualität“-Entwicklung und der immense Output-Overload der Szene insgesamt und langfristig gut tut, vermag ich hier nicht zu sagen. Darüber möchte ich auch keine Vermutungen anstellen. Der Lauf der Dinge wird das noch früh genug zeigen.

Aufgrund dieser anhaltenden Erfolge ist es auch nicht verwunderlich, dass die ein oder andere szenenfremde Firma auf den Deutschrap- und Hip-Hop-Zug aufspringt und ein Stückchen vom riesengroßen Kuchen haben möchte. (Jetzt kommt das abrupte und sperrige Ende meiner Überleitung zum eigentlichen Thema) So sind es aktuell die Buchverlage die von sich reden machen und im Januar gleich zwei Bücher mit Deutschrap-Bezug rausgebracht haben.

Zum einen der österreichische Verlag edition a, der Ende Januar mit „Mich kriegt ihr nicht“ die Biografie des ebenfalls österreichischen Rappers Nazar veröffentlicht sowie der Rowohlt Verlag, der mit „Stell dir vor du wachst auf“ ein Buch von Michael Kurth aka Curse herausgebracht hat.

Während das erstgenannte Buch ein straight up Deutschrap Buch ist und von Nazar selbst geschrieben wurde, ist das zuletzt genannte eher eine Art Selbsthilfebuch, in welchem Curse versucht den Weg zu mehr Ruhe, Ausgeglichenheit und Freude im Leben aufzuzeigen. Als ausgebildeter Systemischer Coach und Yogalehrer hat dieser während seiner Rap-Auszeit viel Erfahrung in Sachen Meditation, Achtsamkeit, Digital Detox, Körperbewusstsein und Achtsamkeit sammeln können. Diese Erfahrungen hat er in der OOOO+X-Methode zusammengefasst, die er ausführlich im erwähnten Buch vorstellt.

Diese beiden Neuerscheinungen wollte ich mal zum Anlass nehmen, um alle mir bisher bekannten Bücher, die in irgendeiner Art und Weise einen Bezug zu deutschsprachigen Hip-Hop haben, nachfolgend aufzulisten.

Bushido – “Bushido” (riva Verlag | VÖ: 2008)

Cro – “Easy Does It: Cro, die Maske und der ganze Rest” (Lübbe Verlag | VÖ: 2014)

Curse  – “Stell dir vor du wachst auf” (Rowohlt Verlag | VÖ: 2018)

Die Atzen – „Der Atzen-Kodex“ (riva Verlag | VÖ: 2011)

Fler – “Im Bus ganz hinten” (riva Verlag | VÖ: 2011)

Haftbefehl – “Hayat” (riva Verlag | VÖ: 10. September 2018)

Massiv – “Solange mein Herz schlägt” (Lübbe Verlag | VÖ: 2012)

MC Rene – “Alles auf eine Karte” (Rowohlt Verlag | VÖ: 2012)

Nazar – “Mich kriegt ihr nicht” (edition a | VÖ: 2018)

Roey Marquis II. – „Lebenslinien“ (kein Link & kein Verlag gefunden | VÖ: 2008)

Samy Deluxe – “Dis wo ich herkomm” (Rowohlt Verlag | VÖ: 2009)

Selfmade Records – “Die ersten 10 Jahre von Deutschlands erfolgreichstem HipHop-Label” (riva Verlag | VÖ: 2015)

Shindy – “Der Schöne und die Beats” (riva Verlag | VÖ: 2016)

Sido – “Ich will mein Lied zurück” (Schwarzkopf Verlag | VÖ: 2006)

Silla – “Vom Alk zum Hulk” (riva Verlag | VÖ: 2016)

Sun Diego aka SpongeBozz – “Yellow Bar Mitzvah” (riva Verlag | VÖ: 26. Februar 2018)

Xatar – “Alles oder Nix: Bei uns sagt man, die Welt gehört dir” (riva Verlag | VÖ: 2015)

Der Vollständigkeit halber dürfen folgende Bücher nicht fehlen, die zwar keinen direkten Hip-Hop-Bezug haben, aber dennoch Leute aus der Szene in der Autorenschaft haben:

Anis Mohamed Youssef Ferchichi & Marcus Staiger – “Auch wir sind Deutschland: Ohne uns geht nicht. Ohne euch auch nicht.” (riva Verlag | VÖ: 2013)

Arye Sharuz Shalicar – „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude«: Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde (dtv Verlagsgesellschaft | VÖ: 2010)

Marcus Staiger – “Die Hoffnung ist ein Hundesohn” (Mfm Entertainment | VÖ: 2014)

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Edit: Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls ein Buch fehlen sollte, teilt es uns gerne in den Kommentaren mit. Oder schreibt uns auf Facebook oder Twitter und nutzt hier ebenfalls gerne den Hashtag #deutschrapinthebooks.

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